HENNING ROCHOLL
★ 1948 [1
4009000]

Herausgeber der Familien-WebSite
der RADER ROCHOLL im Jahr 2020

PROLOG

(Sommer 2021)

Posthum widme ich diese WEB-Seite meinem Großvater Richard ROCHOLL (1876 – †1961), der 1938 das Buch über die „Geschichte des Geschlechts ROCHOLL aus Radevormwald“ – kurz »RADER ROCHOLL« genannt – herausgegeben hat. Eine gescannte Version seiner Originalausgabe finden Sie hier. Auf sein dort vorhandenes Vor-wort, welches auch unter „Vorwort Richard ROCHOLL“ wiedergegeben ist, verweise ich ausdrücklich: Es hat heute im Jahre 2021, knapp 83 Jahre  nach der damaligen Veröffentlichung, noch genauso Bestand wie damals.

Was geschah seit 1938?  Richard ROCHOLL in Berlin geboren, lebte nahezu sein ganzes Leben lang – auch während beider Weltkriege – in seiner Heimatstadt Berlin, wo damals die Familiengeschichte entstand. Wie bekannt, erlebte die Metropole nach ihrer nahezu totalen Zerstö-rung in 1945 und auch in den Wiederaufbaujahren, den 1950er als auch in den 1960er Jahren, sehr unruhige und unsichere Zeiten. Das Familienarchiv hat er mit Fortune durch den Krieg bekommen und – wohlweislich der Probleme des eigenen Alterns, dem zusammen-geschrumpften Familienverband und der isolierten Lage der Stadt Berlin –

Richard Rocholl

RICHARD ROCHOLL
★ 1876 - 1961 [1
2014000]

[hier auf seiner Goldenen Hochzeit

am 09.10.1957 in Wedel/Holstein] 

in Radevormwald untergebracht. In seinem letzten "Flugblatt Nr. 6“ (Weihnachten 1958) schrieb er: 

„Bei dieser Gelegenheit weise ich nochmal darauf hin, daß sich unser Archiv seit 1950, z.Tl. 1953, in Verwahrung bei der Firma H.W. Rocholl in Radevormwald befindet. Bis zum Wiederaufleben des Verbandes ist eine Einsichtnahme in das Archiv nicht möglich. Ein genaues Inhaltsverzeichnis der 4 Bahn- und 9 Postkisten liegt:

 

1.)  bei der Fa. H.W. Rocholl, seiner Zeit gesandt an den † Alexander Rocholl sen. Radevormwald, dem damaligen Inhaber

        der Firma, jetzt Dipl.-Ing. Heinrich Rocholl,
2.)   bei Otto Rocholl, Radevormwald, Blumenstr. 15
3.)   bei Oberstudienrat Wilhelm Rocholl, Trier, Weidegasse 5
4.)   bei meinem Sohn Dr. Arnold Rocholl, Milspe/Westf., Haus Heilenbecke
5.)   Zunächst bei mir.

Zum Schluß möchte ich noch allen Mitgliedern bzw . Lesern unseres Blattes, im besonderen denen, die seit 1926 ununterbrochen dem Verband angehört haben, für die Treue, die sie durch ihre Mitgliedschaft bewiesen haben, meinen herzlichsten Dank aussprechen.

Richard Rocholl

          

Dieses waren die letzten offiziellen Sätze, welche mein Großvater zur ROCHOLL'schen Familienforschung geschrieben hatte. Er und seine Frau Hedwig (gen. „Hetty“) kamen 1960 ein Jahr vor dem Berliner Mauerbau zu meinen Eltern nach Wedel (bei Hamburg), wo er 1961 und Hetty 1965 verstarben. 

 

Durch Erbfälle sammelten sich am Ende diverse Archivunterlagen in Ennepetal-Milspe bei meinem Onkel, Dr. Arnold ROCHOLL, dem Bruder meines Vaters. Inzwischen war allerdings eine Kiste (Nr. 9) verloren gegangen. 

 

Trotz Bemühungen von Arnold fand sich bis 1977 kein Rocholl-Stammhalter der mit Zeit und Interesse die Familienforschung übernehmen wollte bzw. konnte. In Abstimmung mit Heinz ROCHOLL – vermutlich ein Nachfahre des zuvor unter Punkt 1. erwähnten Alexander bzw. Heinrich ROCHOLL – entschloss sich daraufhin Arnold das RADER ROCHOLL-Archiv dem Schwelmer Stadtarchiv, dem Schloss Martfeld, zu übergeben. Erst als mein Vater (Helmut) 1989 verstarb, entstand in mir ein Interesse an der Hinterlassenschaft, so dass ich meinen Onkel (Arnold) bat, die Unterlagen in sein Haus an die Heilenbecke in Ennepetal-Milspe zurück zu holen, bevor sie u.U. im Stadtarchiv gänzlich in Vergessenheit gerieten. 9 Jahre nach Arnolds Tod (2002) wanderte der mittlerweile stark dezimierte Nachlass schließlich durch seinen Sohn, meinem Cousin Rolf-Alexander († 2016), im Jahr 2011 in meine Hände nach Hamburg und 2015 und mit mir nach Lübeck, wo ich heute mit meiner Frau Ursula (gen. „Ulla“) wohne.

 

Was hatte ich nun neben zwei noch vorhandenen Restexemplaren der 1938er Ausgabe „geerbt“? Die Antwort lernte ich erst, als ich mich in jüngerer Zeit in die hinterlassenen Unterlagen hineingelesen hatte. Die „Familienbibel“, wie sie liebevoll bei uns genannt wird, ist ja nur ein Extrakt von den vielen Unterlagen, die nun bei mir lagern. Wenn man berücksichtigt mit welcher Akribie Richard und seine verschiedenen Mitstreiter – und auch seine Vorgänger, u.a. Louis ROCHOLL (1827 – 1876) – geforscht hatten, ziehe ich noch heute voller Ehrfurcht den Hut. Alles ohne Google & Co. und alles ohne die Kommunikations- und Bewegungsmöglichkeiten, welche für uns heute selbstverständlich sind. Alles ohne Computer – einfach toll, was damals geleistet wurde. Zusammengefasst habe ich eine ungeheure Verantwortung gegenüber dem ROCHOLL-Clan geerbt und der möchte ich mich stellen: 

 

Den ersten Schritt hatte ich bereits vor einigen Jahren gemacht, als ich versuchte, die dato bereits gescannte „Bibel“ digital lesbar zu reproduzieren, um sie leichter zu editieren und vor allem eine Basis zum Anschluss an die vergangenen 80 Jahre darzustellen. Leider ist der Versuch, die Seiten mit einer Texterkennungssoftware digital lesbar herzustellen und gleichzeitig in einer heutigen Schriftart wiederzugeben, trotz professioneller Unterstützung, misslungen. Fazit: Erstmal alles abschreiben (hoch lebe Sütterlin & Co.) und dann modifizieren! 

 

Insofern handelt es sich bei dieser Web-Site um eine mehr oder minder echte Abschrift der Originalausgabe, welche 1938 herausgegeben wurde. Mit Ausnahme der tabellarischen Darstellung der einzelnen Stammhalter (Erläuterung siehe unter „abweichenden Darstellungen...“) schrieb ich den Text nahezu 1:1 ab bevor ich ihn modifizierte. Zum Teil lesen sich die damaligen Vorlagen, Briefe und letztlich das Buch mit einigem Schmunzeln, z.T. aber auch mit kopfschüttelnden Weltanschau-ungen, welche nicht mehr in die heutige Zeit passen. 

 

Wenn ich dies so sage, muss in Erinnerung gebracht werden, in welchen Jahren und unter welchem politischen Gedankengut das Werk entstanden ist: Der (erste) Weltkrieg war vor einigen Jahren beendet, als RICHARD ROCHOLL mit der Aufbereitung des Familienbuches begann. Kurz darauf entstand das „Dritte Reich“. Vom zweiten Weltkrieg war noch keine Rede. Heute, über 80 Jahre nach Herausgabe des Buches über die „Geschichte des Geschlechts Rocholl aus Radevormwald“, und 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, kennt jeder den Ausgang dieser wirren Zeiten und mag sich seine eigenen Überlegungen darüber machen, unter welchem Omen die damalige Arbeit von meinem Großvater, einem Hauptmann des ersten Weltkrieges, entstanden ist.

 

Seine Recherchen über die Familie und die Zusammenfassung in der »RADER ROCHOLL« sind aber auch heute noch so wertvoll, dass es mein oberstes Ziel ist, mit dieser Neudarstellung eine editierbare Ausgabe als Basis für die Weiterführung nach 1938 geschaffen zu haben. Damit existiert hier auf dieser Website ein Werk, welches auf einfache Art und Weise von mir bzw. meinen Nachfolgern ergänzt und mit heutigen modernen Möglichkeiten up-to-date gehalten werden kann. Dies gilt insbesondere auch für neue Erkenntnisse über die alte und ganz alte Vergangenheit (siehe „Frühgeschichte“).

 

Neben dem Abschreiben ist für mich einer der Schritte gewesen, zum einen die stakkatoartigen Abkürzungen auf ein Minimum zu reduzieren und zum anderen die teilweise in „Hauptmanns-Schreibweise“ erstellten Texte auf ein gesundes Maß zu reduzieren, damit die Familienforschung in flüssig lesbarer Form Vorrang erhält. Dazu – und dies war und ist mein Hauptziel – wird der neue Text in deutlich übersichtlicherer Form dargestellt. Natürlich bleiben alte Anmerkungen und Textnachweise erhalten, wurden aber – soweit möglich – auf verlinkte Unterseiten „verbannt“ bzw. im laufenden Text integriert. Berufsangaben und insbesondere militärische Ehrungen wie als Beispiel der folgende Auszug aus den Daten von Friedrich Heinrich Florenz ROCHOLL [07049000] – ehemals VII.48 (auf die neue Nummerierungsdarstellung komme ich später noch zu sprechen) .....

„...... 01.05.1800 als Komp.-Chirurgus zum 3. Feldart.-Rgt. in den Heeresdienst, 1804 in gleichem Rang zur Rgts.-Garde versetzt, Dezember 1806 Oberchirurgus bei den Feldlazaretten in Preußen (Insterburg, Mitau und Rosenberg), 1808 Eskadron-Chirurgus beim Rgt. Garde du Corps zu Berlin, 1813 Doktorprüfung zu Erfurt (mit sehr gut), Dezember 1813 Oberstabsarzt beim Militär-Gouvernement zu Münster i.Wfl., 1816 Regimentsarzt im Inf.-Regiment Nr. 32 zu Münster, 1817 im gleichen Range zum Inf.-Regiment Nr. 15 zu Minden i.Wfl., 04.031822 Generaldivisionsarzt des IV. Armeekorps zu Magdeburg, 25.07.1829 Bestallung als Arzt, 23.08.1832 Abschied und Niederlassung zu Soest. Pension 1.000 Tlr., E.K.2 am weißen Bande, Roter AdlerO. 4. Kl. ....“,

wurden vermieden und ähnlich wie folgt ersetzt: 
 

„ .... als Mediziner erwarb er sich in einem zielgerichteten Ausbildungsweg hoch dekorierte Orden als Militärarzt in Westfalen und Magdeburg. Näheres siehe hier.“ 

 

Letzteres ist dann der Link zum Anhang Nr. 51, wo der alte, der vorherige, oben grau wiedergegebene Text steht.

 

Die zwei frühen noch von RICHARD ROCHOLL erstellten Nachträge zur RADER ROCHOLL, die mit „Druckfehler, Berichtigungen, Ergänzungen“ tituliert waren, wurden von mir in dieser Abschrift berücksichtigt. Die weiteren Ergänzungen, welche den 50 Familiennachrichten entstammen und welche 1952 eingestellt wurden, sind unter dem Menüpunkt "News -> NaBl" (Nachrichten-blätter) in angepasster Form eingefügt bzw. verlinkt. Damit stehen die gesammelten Werke von RICHARD vollständig auf dieser Webseite zur Verfügung. 

Der wichtigste Schritt ist nun, dass der Anschluss in möglichst allen Ästen der Stammtafel ab 1938 schnell erfasst wird und dann die Arbeit aktuell erhalten bleibt.

 

Es ist mein Wunsch, dass sich ein RADER ROCHOLL–TEAM findet, welches zunächst mit mir und später mit meinem Sohn Hendrik (1978) das Werk weiter führt. Evtl. findet sich ja jemand, der diesen Aufruf ernst nimmt. Mein Sohn zeigt bereits Interesse und hat von mir die Rechte an dieser Webseite übertragen bekommen, so dass der Erhalt der Daten gesichert ist. Ein junger „Familien-Webadministrator“ mit guten Designerkenntnissen wäre in diesem RADER ROCHOLLTEAM wünschenswert.

 

Wie der Titel es bereits sagt, handelt es sich bei der RADER ROCHOLL um die „GESCHICHTE DES GESCHLECHTS ROCHOLL AUS RADEVORMWALD“; also um die Stammfolge nach dem „UR-PETER“ in gerader Linie. Alle eingeheirateten Ehepartner waren und sind natürlich in der Vermehrung wichtig, aber deren Abstammungszweig hat nichts mit der bzw. mit den „UR-PETER-Linien“ zu tun. Bereits Richard hat diese selten weiter als bis zu den Großeltern des eingeheirateten Ehepartners dokumentiert – meist nur bis zum Vater oder mit den im Anhang dargestellten Ahnenlisten. Interessant ist in diesem Zusammenhang RICHARD ROCHOLLs Abschnitt über die „Töchternachkommen der Familie“ unter dem Menü „Allgemeines“. Als ich damit begann mich mit der Aufbereitung zu befassen, war ich recht naiv in meinen Vorstellungen, wie man die Stammfolgen nach 1938 unkompliziert vervollständigen kann. „Nichts einfacher als das“, dachte ich. „Da gründest du einen Account bei MyHeritage.de und stellst deinen eigenen Zweig vom UR-PETER bis heute dar und der Rest geht von alleine.“ Weit gefehlt! Es melden sich solch immense Mengen an Personen, die nach dem Motto, „Hey, wir sind verwandt. Meine UrUrUrgroßmutter mütterlicherseits hat den Enkel von Johannes Rocholl geheiratet“, und damit nahm das Chaos seinen Lauf ….. Natürlich ist es interessant zu wissen, mit wem man auf der "eingeheirateten" Schiene alles verwandt ist, aber in unserer Familiengeschichte wollen wir bei der namenserhaltenen und blutsverwandten Linie der „ROCHOLLei“ bleiben.

 

Dies ist u.a. der Grund, weshalb ich weitere Vorgehen künftig auf dieser Familienwebseite erläutern werde, um so transparent an das Ziel zu gelangen. In unregelmäßigen Zeitabständen werden hier Änderungen bzw. Ergänzungen per Familien-Newsletter veröffentlicht. Um obiges zu vermeiden, habe ich die von mir begonnene und noch nicht fertiggestellte Stammtafel (nicht zu verwechseln mit "Stammbaum") unter www.myheritage.com nicht weiter geführt. Es ist auf jeden fall mein Ziel, eine Tafel „à la Richard“ (siehe die Scans unter dem Menü "Stammtafel") streng nach reiner Blutsverwandtschaft zu erstellen und dann auf dieser WebSite einzubinden bzw. hierher zu verlinken. Dies ist aber der übernächste Schritt. 

 

Auch wenn meine Arbeit ganz privat abläuft, erlaube ich mir zu guter Letzt auf mein "IMPRESSUM" und den dort enthaltenen Punkten – insbesondere der „DATENSCHUTZERLÄRUNG" – zu verweisen. 

 

Allen ROCHOLLs – mit einem oder zwei „L“s – und allen ROCHOLSBERGern mit ihren anheirateten Ehepartnern wünsche ich fröhliches Lesen und ein konstruktives Erforschen der eigenen Ahnen. Gern nehme ich Anregungen, Kritik, Verbesserungs-vorschläge und vor allem Angebote zur Mitarbeit an.

Henning ROCHOLL

Lübeck, Sommer 2021