ANHÄNGE AB NR. 91 BIS NR. 100

Anh 91 bis Anh 100 beinhalten Texte / Textpassagen die von der Größe her die einzelnen Stammhalterseiten sprengen würden, aber trotzdem interessant und wichtig für die genealogische Familienforschung sind. Gleiches gilt für Beiträge allgemeiner Art welche nicht unmittelbar mit einem Stammhaltereintrag in Verbindung stehen. ​​

Anhang Nr. 91 – Anmerkung zum Herrenhaus "Hohewarte" zu Lübeck

einst im Besitz der Familie SIMONS – siehe [07037002]

 
Hohewarte Ansicht.jpg

 

Herrenhaus Hohewarte zu Lübeck, bzw.  "Rittergut" Hohewarte des Johann SIMONS, [07037002] 

Über dem Eingang das Familienwappen des späteren Besitzers Franck, der das Gebäude 1897 umfangreich umgebaut hatte. 

aufgenommen Sommer 2018 ©

Franck und frei

In der Familienchronik der RADER ROCHOLL von 1938 wird Johann Heinrich Thomas SIMONS (04.09.1771 in Soest,  † 07.04.1834 in Lübeck) als „Rittergutbesitzer“ bezeichnet. Er erbte das Rittergut Hohewarte von seinem ledigen Onkel Johann Thomas SIMONS (1739 (_), † 18.03.1811) der auf diesem Rittergut starb. Mehr zur Familie SIMONS unter der Stammhalterin Johanna Christina Wilhelmina SIMONS geb. ROCHOLL [07037700].

Im Denkmalbuch der Hansestadt Lübeck für die Kulturdenkmale von besonderer Bedeutung aus geschichtlicher Zeit wurde im Jahre 2012 folgendes eingetragen:

„Herrenhaus mit Flügelanbauten, vermutlich im Kern 17. Jh. und auf noch älterem Vorgängerbau errichtet. Heute geprägt durch historischen Umbau von 1897; schlicht verputzter 2-geschossiger, 8-achsiger Baukörper mit abgewalmten Satteldach und Ziergiebeln an den Breitseiten, niedrige Flügelanbauten. Über dem Haupteingang Jahreszahl 1897 und Familienwappen des damaligen Bauherrn Franck mit Vogel und Schriftzug „frei“  (Franck und „frei“); am Rückgiebel älteres unleserliches Wappenschild und darunter Tafel mit Sinnspruch „Alle Dinge eine Weile“.

Im Inneren historische Ausstattungen weitgehend erhalten, wie z.B. Stuckkehlen, Türen, Fußleisten, Fenster; Raumzuchnitt durch eingestellte Wände verändert: Küche im südlichen Flügel mit raumhoher Holzverkleidung (möglicherweise am Ort der ursprünglichen Bibliothek); Teilkeller mit preußischen Kappen.

Begründung:
Von besonderer historischer Bedeutung als Ort eines schon im Mittelalter erwähnten Herrenhauses vor der Stadt; ältere Namensbezeichnungen: Honvarde (1316), Hogewarde (1331). Gehöft am rechten Ufer der Wakenitz; Ort und Herrenhaus vielfach in der Literatur erwähnt: 1506 und 1534 in den Fehden mit den Herzögen von Mecklenburg und Holstein eingeäschert, bis 1642 im Besitz der Familie Warendorp, dann Kerckring, weitere, sowie um 1815 bis bis 1838 Familie Simons, dann Deichmann, ab 1868 bis 1891 Schütt; ab 1891 bis 1925 Dr. Carl Hermann Heinrich Franck (Franck war ein Vorsteher des HGH, sein Wappen dort im Fenster); ab 1925 im Eigentum des Staates bzw. der Stadt Lübeck. Kartographisch seit 1668 nachweisbar: auf der Karte von Simon Schneider von 1668 Eintragung von Gut mit Häusern und Schriftzug: „Hohewarte“;  Karte Fink von 1872 mit Eintrag „Hohewarte ; Katasterplan 1890 zeigt Haus mit seitlichen Anbauten.

– Von besonderer  wissenschaftlicher Bedeutung  auf Grund der Geschichte; bauhistorischer Untersuchungsbedarf.

– Von besonderer städtebaulicher Bedeutung als landschaftsprägendes Herrenhaus mit repräsentativer Vorfahrt und großem umgebenden

   Freigelände“].

Seit 2013 ist das Herrenhaus Hohewarte wieder im Privatbesitz – Näheres siehe hier.